Ein scheinheiliges Entlastungsgefühl?
Der TagesAnzeiger schreibt in seiner heutigen Ausgabe unter dem Titel “Der Todesstoss” zum Stierkampfverbot in Katalonien: “So lange wir uns mit der Massentierhaltung abfinden, ist unsere Empörung über die öffentliche Hinrichtung von Kampfstieren nur ein scheinheiliges Entlastungsgefühl. Das katalanische Verbot hat den Tierschutz auf der Welt nur unwesentlich vorangebracht.”
STS-Geschäftsführer Hansuli Huber nimmt dazu in einem Leserbrief Stellung:
“Diese verharmlosenden und relativistischen Aussagen zum brutal-perversen Stierkampf zielen an der Tierschutz-Realität vorbei und sind sachlich falsch. Tierschutz kann immer nur Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, weil einerseits Politik und Wirtschaft bremsen, wo es nur geht und andererseits Tierschützer zuerst Herz und Verstand ihrer häufig uninformierten Mitmenschen gewinnen müssen. In diesem Sinn gratuliere ich den spanischen Tierschützern zu ihrem grossen Erfolg, der diese Welt humaner gemacht hat. Im Unterschied zur EU findet sich hierzulande die Bevölkerung eben gerade nicht mit der Massentierhaltung ab. Tagtäglich erbringen die Konsumenten mit dem Kauf von teureren Freilandeiern und Labelfleisch den Beweis, dass ihnen der Nutztierschutz etwas wert ist. Und die Mehrheit der Schweizer Steuerzahler möchte Auslauf- und Freilandhaltung stärker fördern. Dass die Politik in Bern diesen Wunsch bislang torpediert und auch tierschutzwidrige Bauernbetriebe subventioniert und die Grenzen für ausländisches Billigfleisch und –eier aus Tierfabriken zunehmend öffnet, steht leider auf einem anderen Blatt.”