Ein scheinheiliges Entlastungsgefühl?

Der TagesAnzeiger schreibt in seiner heutigen Ausgabe unter dem Titel “Der Todesstoss” zum Stierkampfverbot in Katalonien: “So lange wir uns mit der Massentierhaltung abfinden, ist unsere Empörung über die öffentliche Hinrichtung von Kampfstieren nur ein scheinheiliges Entlastungsgefühl. Das katalanische Verbot hat den Tierschutz auf der Welt nur unwesentlich vorangebracht.”

STS-Geschäftsführer Hansuli Huber nimmt dazu in einem Leserbrief Stellung:
“Diese verharmlosenden und relativistischen Aussagen zum brutal-perversen Stierkampf zielen an der Tierschutz-Realität vorbei und sind sachlich falsch. Tierschutz kann immer nur Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, weil einerseits Politik und Wirtschaft bremsen, wo es nur geht und andererseits Tierschützer zuerst Herz und Verstand ihrer häufig uninformierten Mitmenschen gewinnen müssen. In diesem Sinn gratuliere ich den spanischen Tierschützern zu ihrem grossen Erfolg, der diese Welt humaner gemacht hat. Im Unterschied zur EU findet sich hierzulande die Bevölkerung eben gerade nicht mit der Massentierhaltung ab. Tagtäglich erbringen die Konsumenten mit dem Kauf von teureren Freilandeiern und Labelfleisch den Beweis, dass ihnen der Nutztierschutz etwas wert ist. Und die Mehrheit der Schweizer Steuerzahler möchte Auslauf- und Freilandhaltung stärker fördern. Dass die Politik in Bern diesen Wunsch bislang torpediert und auch tierschutzwidrige Bauernbetriebe subventioniert und die Grenzen für ausländisches Billigfleisch und –eier aus Tierfabriken zunehmend öffnet, steht leider auf einem anderen Blatt.”

29. Juli 2010 | Vermischtes | Kommentieren »

Todesstoss für den Stierkampf

280710“Das Parlament von Katalonien hat die Abschaffung des Stierkampfes in der wirtschaftsstärksten Region des Landes beschlossen. 68 Abgeordnete votierten in Barcelona für das Verbot, 55 stimmten dagegen. Zudem gab es neun Enthaltungen. Katalonien ist damit die erste Region auf dem spanischen Festland, die den umstrittenen Brauch verbietet. Der Bann gilt vom 1. Januar nächsten Jahres an. Auf den Kanarischen Inseln wurden Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt. (…) In Katalonien gibt es nur wenige Stierkämpfe. Regelmäßige “Corridas” finden nur noch in der einzigen Arena in der Hauptstadt Barcelona statt. Das Verbot gilt aber als starkes Signal für den Rest des Landes.”

gelesen unter >> n-tv.de

Der Schweizer Tierschutz STS begrüsst den Entscheid des Regionalparlamentes von Katalonien. Dies ist allerdings nur ein erster, aber wichtiger Etappensieg. Der STS hofft, dass nun auch die fragwürdigen Stierrennen durch die Gassen der Dörfer in Katalonien gestoppt werden.

Die weltweit unterstützte Kampagne der Welttierschutzgesellschaft WSPA zum Stopp der Stierkämpfe geht nun in die nächste Runde. Es gilt, in einem weiteren Schritt dieses überlebte “historische Kulturgut” in ganz Spanien zu verbieten.

Erfahren Sie mehr dazu unter >> wspa.de

28. Juli 2010 | Gegen-gelesen | Kommentieren »

Überfüllte Tierheime wegen Hundegesetzen

200710Allein im letzten Jahr haben die Tierschutzvereine in der Schweiz rund 24′000 abgegebene Tiere in Tierheimen aufgenommen und betreut. Dies geht aus einer Erhebung des Schweizer Tierschutz STS hervor. Zunehmend zum Problem werden Hunde sogenannter “Kampfhunderassen”, welche durch die verschärften Hundegesetze in vielen Kantonen kaum mehr vermittelbar sind. Das führt in den Tierheimen zu höheren Kosten für Betreuung und Unterbringung, die ihnen aber vom Staat nicht abgegolten werden. Denn die meisten Tierschutzvereine finanzieren sich fast ausschliesslich über Spenden und viel Freiwilligenarbeit.

Gerade jetzt zur Hauptferienzeit sind die Tierheime meistens bis auf den letzten Platz besetzt. So mancher Tierbesitzer holt dabei seinen Hund oder seine Katze nach dem Urlaub einfach nicht mehr ab oder schiebt das Tier schon vorher ab. Allein im letzten Jahr haben 57 Tierschutzvereine rund 24′000 Tiere aufgenommen, die entweder abgegeben, beschlagnahmt oder aufgefunden wurden (4’040 Hunde (17%), 11′400 Katzen (48%), 3’000 Nager (12%), 5’410 andere Tiere (23%) wie z.B. Wildtiere, Fische, Vögel, Igel, kleine Nutztiere, etc). Dies ergibt die Auswertung einer Umfrage des Schweizer Tierschutz STS unter seinen 69 regionalen und kantonalen Sektionen sowie externen Tierschutzvereinen, wie der PSA Genf und dem Zürcher Tierschutz.

Damit zeichnet sich erneut eine Steigerung der Tierschutzarbeit ab: 2007 waren es 18′800 aufgenommene Tiere, 2008 bereits 21′040. Die Gründe dafür sind vielfältig…

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20. Juli 2010 | STS-News-Blog | 1 Kommentar »

Das geht zu weit

“Erfreulich: Zwei Tierquäler weniger”: Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), verhöhnt die beiden Fischer, die am letzten Sonntag bei der Fussgängerunterführung Schanzengraben in Zürich von einem Auto totgefahren wurden. (…) Der Präsident des VgT schreibt (…) dass die beiden Männer in flagranti, bei Ausübung ihres Tierquäler-Hobbys, zu Tode gefahren worden seien.”

gelesen unter >> TagesAnzeiger online

Es muss jeder mit sich selbst und seinem Gewissen ausmachen, ob er/sie Fisch (oder auch Fleisch) essen mag. Sich zu freuen, dass zwei Hobbyfischer auf so tragische Weise ums Leben gekommen sind, das geht eindeutig zu weit - auch bei allem Verständnis für Herrn Kesslers Engagement zum Schutz der Tiere.

16. Juli 2010 | Gegen-gelesen | Kommentieren »

Extreme Hitze gefährdet auch Nutztiere

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere leiden unter der derzeitigen Hitzewelle. Der Schweizer Tierschutz STS erinnert Nutz- und Hobbytierhalter an ihre gesetzlichen Verpflichtungen. Für sämtliche Nutztierarten gilt, dass sie sich in den Schatten zurückziehen können müssen und genügend Wasser zur Verfügung haben.

Der Hochsommer ist in vollem Gange und die Temperaturen klettern seit Tagen über 30 Grad Celsius. Während die meisten Menschen ihre Sommerferien geniessen, macht vielen Nutztieren die glühende Hitze zu schaffen. Aufgrund mangelnder Kenntnisse oder Nachlässigkeit verursachen Bauern und Hobbytierhalter oft tierschutzrelevante Situationen. Der Schweizer Tierschutz STS erinnert die Nutztierhalter deshalb an die gesetzliche Pflicht, stets genügend Wasser zur Verfügung zu stellen und ihre Tiere vor extremer Witterung auch im Freiland zu schützen. Beispielsweise durch schattenspendende Unterstände auf der Weide, falls keine Bäume zum Unterstehen vorhanden sind oder kühlende Duschen im Stall.

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14. Juli 2010 | STS-News-Blog | 4 Kommentare »

Tierversuchsstatistik 2009

Stellungnahme des Schweizer Tierschutz STS zur >> Tierversuchstatistik 2009 des Bundesamtes für Veterinärwesen BVET vom 29. Juni 2010.

Auch das Jahr 2009 war für 706`104 Tiere in Schweizer Tierversuchen ein trauriges Jahr, für die meisten endet es nach vielen Qualen und haltungsbedingten Einschränkungen mit dem Tod. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl verbrauchter Tiere durch Tierversuche nur unwesentlich gesunken (- 3,5 %). Hingegen ist der Tierverbrauch in den schwerbelastenden Versuchen des höchsten Schweregrades (SG 3) um 12% von 15`500 auf 17`500 gestiegen. Das bedeutet, dass in der Schweiz täglich fast 50 Tiere unsägliche Qualen im Dienste der Menschheit über sich ergehen lassen müssen. Darunter sind, im Gegensatz zum Jahr 2008, wieder Primaten, vermehrt Hunde und Kaninchen, sowie Schafe, Ziegen und vor allem auch Schweine. Für die ökotoxikologischen Untersuchungen wurden mehr als doppelt so viele Fische im Schweregrad 3 im Vergleich zum Vorjahr eingesetzt und insgesamt stieg die Anzahl verwendeter Fische im Tierversuch auf über 46`000 Tiere. Den grössten Anteil der im Tierversuch verbrauchten Tiere machen nach wie vor Mäuse und Ratten aus – auch hier stieg die Anzahl Tiere im höchsten Schweregrad.

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30. Juni 2010 | Vermischtes | Kommentieren »

Versehentlich abgeschafft

“Ueberraschendes Aus für den Tieranwalt: Den Zürcher Tieranwalt gibt es ab 2011 nicht mehr. Das hat das Parlament beschlossen – ohne es selbst zu merken. Politiker sind empört. (…) Mehr als 2000 Fälle hat der Zürcher Tieranwalt in den letzten 15 Jahren behandelt. Viel mehr werden es nicht mehr: Anfang 2011 wird das weltweit einzigartige Amt abgeschafft. “Das Veterinäramt wird alleine die Rechte der Tiere wahrnehmen”, bestätigt der Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion. (…) Noch-Tieranwalt Antoine F. Goetschel zeigt sich überrascht: “Ich kann nur hoffen, dass die Tiere darunter nicht leiden werden.” Er fordert, dass die Verwaltung ebenso strenge Massstäbe anwendet und gleich konsequent Fälle zur Anzeige bringt, wie er dies tat.”

gelesen unter >> 20Minuten online

Da werden Aenderungen im Tierschutzgesetz vom Kantonsparlament ohne Gegenstimme angenommen und die grosse Mehrheit der Parlamentarier bemerkt nicht, was sie da beschliesst. Das gibts ja wohl nicht!
Dass nach der Ablehnung der Tierschutzanwalt-Initiative (Einführung von Tierschutzanwälten in allen Kantonen) anfangs März dieses Jahres über eine mögliche Abschaffung der Institution im Kanton Zürich diskutiert wurde war bekannt. Und nun hat es das Zürcher Parlament tatsächlich geschafft, den weltweit einzigen Tieranwalt abzuschaffen ohne auch nur darüber zu diskutieren. Mit welcher “Seriosität” hier über den Schutz der Tiere bestimmt wird, das sollte uns ernsthaft zu denken geben.

30. Juni 2010 | Gegen-gelesen | Kommentieren »

Kampf gegen die internationale Hundemafia

“Stoppt die Hundemafia” fordert der Schweizer Tierschutz STS mit einer von 11 000 Personen unterschriebenen Petition, die er dem EVD, Frau Bundespräsidentin Doris Leuthard, übergeben hat. Der STS begrüsst gleichzeitig die angekündigte Revision des Tierseuchengesetzes, welche dem illegalen Hundehandel einen Riegel schieben soll.

Das miese Geschäft mit dem illegalen Welpenhandel läuft meistens nach demselben Schema ab: Treffpunkt ist irgendein anonymer Parkplatz. Der Hundehändler öffnet die Türe seines Transporters, in dessen Inneren sich zahlreiche erschöpfte, winselnde kleine Welpen in schlechtem Zustand befinden. Der “Dealer” übergibt die “Ware” seinem neuen Besitzer gegen Barzahlung und macht sich schleunigst aus dem Staub. Etliche dieser Hundebabys überleben nur wenige Tage oder werden zu Dauerpatienten beim Tierarzt. “In der Regel stammen die Welpen aus osteuropäischen Massenproduktionen und wachsen dort unter den schlimmsten Bedingungen auf”, erklärte die Tierärztin und STS-Hundefachfrau, Julika Fitzi, vor den Medien in Bern.

Seit Jahren kämpft der Schweizer Tierschutz STS gegen solche kriminelle Machenschaften der internationalen Hundemafia an. Couragierte Mitarbeiterinnen des STS haben im vergangenen Jahr illegalen Hundehändlern eine Falle gestellt, sodass diese von der Polizei auf frischer Tat geschnappt werden konnten.

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27. Juni 2010 | STS-News-Blog | Kommentieren »

Kommission stoppt Waljäger

“Vergeblicher Vorstoß: Japan, Island und Norwegen sind mit ihrer Forderung nach Walfang mit festen Quoten gescheitert. Die Teilnehmer der Internationalen Walfangkonferenz haben sich auf ihrer Tagung in Agadir zerstritten - nicht mal ein Kompromiss kam zustande. (…) Es war ein höchst umstrittenes Papier, das auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission in den vergangenen Tagen debattiert wurde. Doch am Ende kam für Walschützer die gute Nachricht: Der Fang von Großwalen bleibt international verboten. Die Internationale Walfangkonferenz hat den lange debattierten Textentwurf zur Zukunft des Walfangs verworfen. Nach dem Entwurf sollte Japan, Island und Norwegen der Walfang mit festen Quoten für zehn Jahre erlaubt werden.”

gelesen unter: >> Spiegel online

Damit bleibt der kommerzielle Walfang verboten - mindestens bis zur nächsten IWC-Konferenz im kommenden Jahr. Das ist wohl auch gut so. Die Freigabe des Walfangs, wenn auch mit Quotenregelung, hätte ein falsches Signal gesendet. Trotzdem: Japan, Island und Norwegen werden auch weiterhin das bestehende Fangverbot ignorieren oder sich auf umstrittene Ausnahmeregelungen berufen. Weiterhin werden Tausende Wale sterben. Es ändert sich nichts.

23. Juni 2010 | Gegen-gelesen | Kommentieren »

Tierschutz-Petition erfolgreich!

230610Mit einer Petition forderte der Schweizer Tierschutz STS im vergangenen Herbst McDonald’s Schweiz auf, bei der Beschaffung des Rindfleisches für die Hamburger auf besonders tierfreundliche Herkünfte zu setzen und allgemein dem Tierschutzgedanken mehr Rechnung zu tragen. Die Petition wurde unterstützt von KAGfreiland, von der Vereinigung der kleinen und mittleren Bauern VKMB und der Fondation Franz Weber. Bei der heutigen Übergabe der 11′783 Unterschriften zeigte sich Lolita Morena, Mitglied des Zentralvorstandes des STS und Fernsehschaffende, befriedigt und wertete die Petition als Erfolg. McDonald’s sicherte zu, die rund 4′000 Tonnen Rindfleisch von Schweizer Betrieben zu beziehen, die ihren Kühen regelmässigen Auslauf und Weidegang gemäss dem RAUS-Programm geben. Die bei McDonald’s verwendeten Eier stammen mittlerweile alle aus EU-Freilandhaltungen. Neu prüft die Burger-Kette, vermehrt Schweizer Freilandeier einzusetzen, was ebenfalls dem Anliegen der Petitionäre entspricht.

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23. Juni 2010 | STS-News-Blog | Kommentieren »